Wenn du vernünftig bist, erweise Dich als Schale und nicht als Kanal,
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet,
Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt,
und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott.
Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser
gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See.
Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen.
Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen,
Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.
Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst,
bis sie gefüllt ist.
ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen,
nicht auszuströmen.
Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle.
wem bist du dann gut?
Wenn nicht, schone dich.
 
Bernhard von Clairvaux

Ist das nicht toll? Erst mal uns füllen, erst mal selbst voll sein, bevor wir geben! Haben wir doch durch unseren christlichen Glauben gelernt, geben sei seliger als nehmen? Für viele, besonders für uns Frauen, ist es eine der schwersten Aufgaben im Leben: Gut für sich zu sorgen! Wenn wir glauben, wir wären es Gott schuldig, das Opferlamm zu spielen, sind wir nicht auf dem Weg der Wahrheit. Kein Opfer gereicht der Menschheit zum Wohle.

Immer mehr spüre ich die große Freiheit, die mir zu Füßen liegt – und DANKBARKEIT.