ALOHA aus Big Island – wie ich schon im letzten Jahr feststellte und berichtete: Auf einem brodelnden Vulkan erlebt man nicht nur paradiesisches!

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Top ist, dass es warm ist und sich die Sonne fast täglich zeigt. Traumhaft ist die Natur: die Vögel – Rotköpfchen, Kanarienvögel oder die, deren Name ich nicht kenne, die aber 3000 Meilen bis nach Alaska fliegen und sich hier auf der Insel nochmal richtig vollfuttern.  Ein Genuss sind die Bäume und Früchte – täglich gibt es hier auf der Kaffeefarm frisch vom Baum gepflückte Bananen, Avocados, Papayas, Orangen und Zitronen. Auch die Natur unter Wasser ist atemberaubend. Sehr oft sind die Delfine hier und Wale wurden auch schon gesichtet. Gegen Ende des Jahres kommen sie hierher, um ihre Jungen zur Welt zu bringen.

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Wunderschön ruhig und gepflegt ist es auf der Kaffee-Farm, auf der ich 2 Monate leben werde – alles ist da, was man braucht, um sich zu Hause zu fühlen: ein schönes Zimmer mit einem bequemen Bett, Bad und Küche, und ein freundliches, unaufdringliches Ehepaar, das alles in Schuss hält. Eine sehr nette deutsche Frau, Angie, hat auch ein Zimmer hier bis Weihnachten – sie ist oft unterwegs und wenn wir uns sehen, dann haben wir viel Spaß miteinander. Viele außergewöhnliche Begegnungen hatte ich schon und liebe Menschen kennengelernt, die ein ganz anderes Verständnis zum Leben haben als bei uns.

Beispielsweise nahm ich vier Jugendliche (einen Amerikaner und drei Norwegerinnen) mit, die per Anhalter unterwegs waren. Sie verbringen hier ein Studiensemester bei einer christlichen Organisation, um GOTT unter die Menschen zu bringen. Eine der jungen Frauen – sie waren alle Mitte 20, älter als ich anfangs dachte – war schon in Papua-Neuguinea. Wir hatten ein  kurzes, aber sehr interessantes Gespräch und als sie ausstiegen, fragte der Junge, ob er für mich Segensworte sprechen dürfe. Das Segensgebet, mit dem er mir dankte und meine Person würdigte, mir alles Gute für meine Reise wünschte, kam so tief in mir an, dass mir Tränen kamen. Später überlegte ich, was mich so berührt hatte: Es waren die jungen Menschen, die viel Liebe, Hoffnung und Freude in sich tragen und dies weitergeben möchten. Ein anderes Erlebnis war die spontane Reaktion einer Frau auf meinen Namen DENARA (Amerikaner können das kaum aussprechen). Als ich ihr erklärte, dass dies das Anagramm von Andrea ist – dem Namen, mit dem ich in meinem Leben zu viel Verantwortung übernahm –  war ihre Antwort darauf für mich wie ein Geschenk: „What a wonderful way bringing love and forgiveness in your name!“ Ja, da versteht mich jemand … Am Lava Lava Beach in Waimea treffe ich immer ganz besondere Menschen – Thanks to Tina and Megan, you’re great!

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Doch wo viel Licht, da ist ja bekanntlich auch Schatten … Die Wahlen  hier in Amerika, die Veränderungen durch Trumpel und ein Gespräch   dazu mit dem Eigentümer der Farm, den ich anfänglich sehr sympathisch erlebt hatte, irritierten mich und auch die Nachrichten aus der Heimat lassen mich nicht so recht los – zumindest gibt es immer wieder Tage, an denen ich auch hier sehr traurig bin. Traurig über die leidvollen Erfahrungen, die Menschen machen müssen. Traurig über die großen Ängste, die die Menschheit gerade erfasst und traurig darüber, dass noch große Transformationsprozesse nötig sein werden. Auch ich hier auf dem Vulkan spüre diese Ängste (viel stärker als sonst wo auf meinen Reisen!) … vor dem Meer mit seinen Wellen und Strömungen, vor Verlusten – ein Typ bei der Autovermietung Dollar (kann ich nicht empfehlen!) hat die Gunst der Stunde erkannt, mich völlig verunsichert und mir eine viel zu teure Versicherung angedreht. Angst vor meinem Mut, mir diese Auszeit zu gönnen?

Auch wenn mir klar ist, dass jeder Einzelne von uns seine Aufgabe auf Mutter Erde hat, seine Herausforderungen und Spiegel braucht, um sich weiter zu entwickeln, so weiß ich auch, dass ich die Probleme der Welt nicht lösen kann. Ich kann mich nur meinen eigenen Ängsten und Herausforderungen stellen und versuchen, sie zu transformieren. Hilfreich auf diesem Weg ist, sich selbst und anderen zu vergeben und täglich immer wieder einer großen Dankbarkeit Raum zu geben.

Frieden werden wir erst dann im Außen finden, wenn wir ihn in unserem Inneren gefunden haben.

Advent – eine wunderbare Zeit, um sich auf den Weg zu innerem Frieden zu machen,  wo auch immer wir sind.

ALOHA, eure Denara

Noch eine kleine Anmerkung zum Titel: Lilith hat eine mythologische wie auch astrologische Bedeutung. Sie war die erste und gleichberechtigte Frau an Adams Seite (Nicht wie Eva aus einer Rippe!) und astrologisch ist Lilith ein sensitiver Punkt im Radix – den Schatten, den wir ins Bewusstsein holen müssen, um zur Ganzheit zu gelangen.