D E N A R A

L i c h t b l i t z e

Schlagwort: Gedicht

„DEAD OR ALIVE“

philippe_de_champaigne_still-life_with_a_skull

„tot oder lebend“ – so heißt eine Veranstaltungsreihe des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, in der drei herausragende Slampoeten in einem „Wettstreit“ gegen tote Dichter antreten, dargestellt von drei Schauspielern des Theaters. Einige Male schon erlebte ich eindrucksvolle Darbietungen und jedes Mal war es ein Highlight, das ich jedem, der in der Nähe wohnt, wärmstens empfehlen kann. Mich begeistert vor allem das proppenvolle, lange im voraus ausverkaufte Theater mit  Menschen aller Altersgruppen (natürlich überwiegend junge!) und weil Literatur so auf eine ganz andere Weise dargestellt und ins Bewusstsein gerückt wird. Meist gibt es auch viel zu lachen.

Letzten Mittwoch wurden mit diesem ganz besonderen Poetry-Slam  die vierten Literaturtage in Karlsruhe eröffnet – ich konnte es kaum glauben, sogar das Große Haus war fast ausverkauft (normalerweise findet diese Veranstaltung im Kleinen Haus statt). Jeder Poet hat 7 Minuten Zeit für seinen Beitrag und die Jury kommt aus dem Publikum. Die Moderatoren, die mit viel Witz und Esprit durchs Programm führen, sind in der Regel auch Slammer und heizen die Stimmung an – das hat schon was, in diesen heiligen Hallen! Dieses Mal war ich ganz erstaunt, dass Victor von Scheffel so schräge und Bertolt Brecht so sexistische, oder wie die BNN schreibt „schwarzhumorige“ Gedichte geschrieben hat. Das war mir neu. Auch kannte ich die gedankenvollen und traurigen Gedichte der jungen Jüdin Selma Meerbaum nicht, die im KZ mit 18 Jahren starb. So gibt es immer auch noch was zu lernen.

Angesteckt durch die Slammer, slamme ich heute auch mal, nur kurz – keine 7 Minuten …

So ist es eben, das Leben!
Menschenmassen, die so viel verpassen -
doch irgendwann, wird jedem ganz klar,
was unecht ist und was wahr!
Jeder hat seine Zeit,
ist irgendwann bereit,
den Sinn zu erkennen und zu brennen
für den Frieden tief  drinnen und draußen.
Doch vorher meint jeder, besser zu wissen,
was gut für die Welt -
letztendlich entscheidet das Geld.
Doch niemals vergesst
bei all dem Rennen in Hemd und Gamaschen -
Das letzte Hemd hat keine Taschen.

In diesem Sinne, eine gute Woche, am besten nur das machen, was Spaß und Sinn macht. Von Herzen, eure Denara

Bild von Philippe de Champaigne

Im Auf und Ab des Lebens

eilen wir eilig

vergebens erscheint’s

mag das es gewesen

kann nervig und stressig, mutig und blutig

die Frage uns plagen

versagen und scheitern

schlaflose Nächte

verweigern

ein Weiterrennen im Alltagsgetriebe

auf Gleisen ins Leere

und plötzlich – ERWACHEN

die Klarheit, dass alles darf sein

denn alles ist Liebe

das göttliche Wesen tief drinnen

erkennt seinen Plan

das Leben fängt an

ganz anders zu klingen

Saiten des Körpers umzustimmen

andere Texte und Melodien zu singen

Mauern einreißen

aufräumen im Keller

den Dämon anschauen

der so gewütet oder behütet

uns auf Schienen setzte

hetzte und trieb

bis nur ein Häufchen von uns

übrig blieb

nun haben wir Raum

uns umzuschau’n

Gottvertrauen

was ist – darf sein

WIR SIND NIE ALLEIN

Test

Gedicht und Foto: Denara Mars

Die Blätter fallen …

… fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seine Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Herbst_2005.1

 

Und vor dem Fallen ist alles so wunderschön bunt. Eine wunderbare Zeit, dieser Herbst – immer wieder vergesse ich das und bin traurig,  wenn der Sommer vorbei ist. Ich war gestern in Baden-Baden und konnte mich nicht satt sehen an der farbenfrohen Natur.

Während ich dies schreibe ist gradgenau Vollmond in Stier und Sonne in Skorpion. Eine besondere Energie und ich spüre deutlich, wie viel Lust ich jetzt habe, mich gleich in die Badewanne zu legen, die schon duftend auf mich wartet. Der Mond im Stier liebt Sinnlichkeit, Genuss und Harmonie. Aber vorher möchte ich noch meine Aufgaben erledigen, um dann auch wirklich eintauchen zu können!

Am Samstag feiern wir Samhain – das  Silvester der Iren und Kelten.  Die westliche Welt hat daraus das Gruselfest „Halloween“ geformt und es für ihre kommerziellen Zwecke missbraucht. Schade, aber vielleicht gelingt es doch irgendwann, uns den tieferen Sinn von Festen und Ritualen klarer ins Gedächtnis zurück zu bringen.

In dieser Nacht sind die Tore zu der Welt der Verstorbenen, zur Welt der Geister und Dämonen weit geöffnet: eine gute Gelegenheit, sich an unsere Ahnen zu erinnen, ihnen zu danken und zu vergeben. Der Kult um die Ahnen war in früheren Kulturen immer von großer Bedeutung.  Auch dies ist leider in unserer hochindustrialisierten Welt ziemlich in Vergessenheit geraten. Wir haben zwar den November mit seinen Feiertagen: Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag – aber diese Zeit ist oft neblig, windig und regnerisch. Die Sonne fehlt, man sitzt zu Hause und wird konfrontiert mit sich selbst, den verdrängten Anteilen und Ängsten.

Das Feuer spielte an Samhain immer auch eine wichtige Rolle. Es soll Licht und Wärme in die kalte Jahreszeit bringen und alles verbrennen, was nicht mehr gebraucht wird und losgelassen werden kann.

Flamme

Mögen wir diese Zeit des Abschieds und Neuanfangs nutzen für einen inneren Prozess der Reinigung – lassen wir den goldenen Herbststurm über uns hinweg fegen und voll Staunen werden wir erkennen können, was der Himmel für Überraschungen für uns bereit hält.

Namasté und Aloha, eure Denara

 

Vertrauen …

„Vertrauen ist gut, Kontrolle besser!“
So meinte Lenin und dieser, mich irritierende Gedanke kommt mir derzeit in den Sinn, wenn ich die Diskussionen verfolge um die Handy-Abhör-Affäre von Angela Merkel. Interessant und auffallend ist, dass unsere Bundeskanzlerin jetzt doch ihren Unmut zeigt, nachdem sie nun selbst das Objekt der Überwachung wurde. Als vor Monaten die Nachricht durch den Medienwald sickerte, dass wir Bürger gläsern sind und Datenschutz im Grunde ein großer Witz ist, da war die Aufregung darüber eher verhalten.
Alles ändert sich, ist im Wandel – durch die neuen Technologien, die neuen energetischen Herausforderungen…. Und wir fragen uns: Welche Werte zählen heute? Mutieren wir Menschen immer mehr zum unmündigen Bürger, der gepampert wird? Langsam, stetig und fast unmerklich?

 

Es macht mich betroffen.
Sind wir so hilflos, so ausgeliefert? 
Gibt es in dieser Welt Platz und Raum für Vertrauen?
Vertrauen wir uns?
Und – trauen wir uns, anderen zu vertrauen? 
Haben wir Selbstvertrauen?
Oder Gottvertrauen? 
Oder Vertrauen in das Leben?
„Vertrauen heißt,
seine Ängste nicht mehr zu fürchten“ –
so brachte es der Österreicher Ernst Ferstl auf den Punkt.
Brauchen die Menschen deshalb Kontrolle,  weil die Ängste so groß sind und Vertrauen fehlt? Dann wäre das noch so ein Hamsterrad, in dem wir uns befinden.
Mögen wir uns Muse und Zeit nehmen für eine unserer größten Lebensaufgaben:
Unsere Ängste nicht mehr zu fürchten. Dann schaffen wir Raum für Vertrauen zu uns und zu anderen.
Mögen wir mit offenen Augen durchs Leben gehen und das ansprechen, was es für uns anzusprechen gilt, mit viel Mut, viel Liebe und im Vertrauen darauf, dass das, was geschehen soll, geschieht.
Mit den besten Wünschen für eine vertrauens- und liebevolle Woche. Namasté.

Dankbarkeit

Wenn du vernünftig bist, erweise Dich als Schale und nicht als Kanal,
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet,
Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt,
und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott.
Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser
gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See.
Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen.
Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen,
Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.
Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst,
bis sie gefüllt ist.
ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen,
nicht auszuströmen.
Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle.
wem bist du dann gut?
Wenn nicht, schone dich.
 
Bernhard von Clairvaux

Ist das nicht toll? Erst mal uns füllen, erst mal selbst voll sein, bevor wir geben! Haben wir doch durch unseren christlichen Glauben gelernt, geben sei seliger als nehmen? Für viele, besonders für uns Frauen, ist es eine der schwersten Aufgaben im Leben: Gut für sich zu sorgen! Wenn wir glauben, wir wären es Gott schuldig, das Opferlamm zu spielen, sind wir nicht auf dem Weg der Wahrheit. Kein Opfer gereicht der Menschheit zum Wohle.

Immer mehr spüre ich die große Freiheit, die mir zu Füßen liegt – und DANKBARKEIT.

Gebet … „Ich mache mich auf den Weg“

Vater, Mutter, Schöpfer, Gott ….
Öffne mein Herz für neue Wege,
Wege der Schönheit, der Klarheit und der Liebe.
Ich lasse mich berühren und ich gehe weiter.
Alles was ist, das darf sein.
Lass meinen Kopf lernen, frei zu sein.
Für zu viel fühlt er sich verantwortlich.
Schwer zu ertragen ist die Unvollkommenheit der Welt.
Ich öffne mich weit –
für meine eigene Unvollkommenheit.
Ich bin nur verantwortlich für mich,
nur für mich und nur für mich.
Tief verbunden mit allem Sein
lade ich sie ein,
meine ungelebten Seiten –
denn sie helfen mir,
meine Flügel auszubreiten.
All die Energie, all die Urenergie –
sie ist da für mich.
Ich mache mich auf den Weg.
Denara Mars

Denkfabrik

Die Gedanken müssen nicht gedacht werden.
Die Denkfabrik darf still stehen,
Denkmaschinen abgeschaltet.
Dann kann das Leben beginnen
im Hier und Jetzt.
Den Atem beobachtend
und die Gedanken.
Danke den Gedanken
ohne Wertung,
bringt Mehrwert
für die Welt
und LIEBE.
Denara

© 2017 D E N A R A

Theme von Anders NorénHoch ↑